Wir cremen, pflegen, schützen – und wundern uns, warum unsere Haut trotzdem trockener, dünner und empfindlicher wird. Irgendwann entsteht das Gefühl, dass man immer mehr tun muss und trotzdem immer weniger erreicht. Vielleicht, weil wir die Haut an der falschen Stelle füttern.
Die Haut ist kein äußerliches Organ. Sie ist ein Stoffwechselorgan. Und sie bekommt ihre Bausteine nicht von außen, sondern aus dem Blut. Die oberste Hautschicht besitzt keine eigene Blutversorgung. Sie wird von unten versorgt, über das, was im Blut ankommt, und im Gewebe weitertransportiert wird. Nährstoffe müssen also hochgetragen werden. Nicht aufgetragen.
Die Haut isst mit
In einer kontrollierten Humanstudie, die im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher erstmals systematisch, wie eng der Vitamin-C-Spiegel im Blut mit dem Vitamin-C-Gehalt der Haut verbunden ist. Dabei zeigte sich ein außergewöhnlich enger Zusammenhang, stärker als bei fast jedem anderen untersuchten Organ.
Vitamin C wurde in allen Hautschichten nachgewiesen. Es gelangt aus der Zirkulation durch die Dermis bis in die gefäßfreie Epidermis hinein. Hautzellen nehmen Vitamin C aktiv aus dem Blut auf und konzentrieren es gezielt in den äußeren Hautschichten.
Über einen Zeitraum von acht Wochen erhöhten die Studienteilnehmer ihre Vitamin-C-Zufuhr ausschließlich über die Ernährung, unter anderem durch zwei vitamin-C-reiche Kiwis pro Tag. Der Anstieg des Vitamin-C-Spiegels im Blut führte direkt zu einem messbaren Anstieg des Vitamin-C-Gehalts in der Haut. Parallel dazu zeigten sich objektiv erfassbare Veränderungen: Die Haut wurde dicker, die epidermale Erneuerung nahm zu, die Struktur stabilisierte sich.
Die Haut reagierte nicht auf das, was auf sie aufgetragen wurde.
Sie reagierte auf das, was im Blut ankam.
Wenn Erhaltung nicht mehr reicht
In dieser Studie lag die tägliche Zufuhr bei etwa 200 – 250 mg Vitamin C. Diese Menge verhindert einen Mangel. Sie hält Grundfunktionen stabil. Sie ist Erhaltung.
Doch Erhaltung ist nicht dasselbe wie Regulation.
Viele Frauen kommen nicht wegen eines kosmetischen Problems. Sie kommen, weil Regeneration langsamer wird, Schleimhäute empfindlicher reagieren, Entzündungsprozesse unterschwellig aktiv sind, Stress schwerer abgefedert wird oder die Haut sichtbar an Spannkraft verliert. Das sind keine Oberflächenphänomene. Das sind Stoffwechsel- und Regulationsfragen.
Vitamin C, das über den Darm aufgenommen wird, unterliegt engen Begrenzungen. Selbst höhere orale Mengen können den Blutspiegel nur begrenzt anheben. Eine Infusion umgeht diese Schranken und stellt dem Blut für einige Stunden eine deutlich höhere Vitamin-C-Konzentration zur Verfügung, als über den Verdauungstrakt erreichbar wäre. In diesem Bereich verändern sich Regulationsprozesse. Mitochondriale Energiegewinnung, Entzündungsaktivität, Gefäßspannung und Geweberegeneration reagieren anders. Viele Frauen beschreiben danach keine Aktivierung, sondern eher eine stille Entlastung, als würde das System wieder leichter in seine Balance finden.
Wenn Messsysteme reagieren
Manche Patientinnen bemerken nach einer Vitamin-C-Infusion vorübergehend auffällige Werte in ihren kontinuierlichen Blutzuckersensoren. Dabei handelt es sich nicht um einen echten Blutzuckeranstieg und auch nicht um eine Insulinreaktion des Körpers, sondern um eine technische Messinterferenz.
Kontinuierliche Glukosesensoren messen den Zucker im Gewebe nicht direkt über „Zucker“, sondern über eine elektrochemische Reaktion. Dabei wird Glukose enzymatisch oxidiert, und der dabei entstehende elektrische Strom wird vom Sensor in einen Glukosewert umgerechnet.
Vitamin C ist, biochemisch betrachtet, ebenfalls ein stark reduzierendes Molekül. In höheren Konzentrationen kann es an der Messstelle ähnliche Elektronenbewegungen auslösen wie Glukose. Der Sensor misst also kurzzeitig ein elektrisches Signal, das er fälschlicherweise als erhöhten Zuckerwert interpretiert.
Der reale Blutzucker bleibt dabei unverändert. Es wird weder vermehrt Zucker freigesetzt noch Insulin ausgeschüttet. Der Stoffwechsel ist nicht belastet. Sobald der Vitamin-C-Spiegel im Gewebe wieder absinkt, normalisieren sich die Messwerte von selbst.
Die Haut ist nicht das Ziel
Versorgung beginnt dort, wo sie tatsächlich ankommt, im Blut und im Stoffwechsel. Die Haut ist dabei nicht das Ziel. Sie ist das Ergebnis.
Wenn Sie spüren, dass Haut, Energie oder Regeneration sich verändert haben und Sie herausfinden möchten, ob Ihre innere Versorgung noch trägt, lade ich Sie zu einem kostenfreien 15-minütigem Kennenlerngespräch ein. Hier geht nicht um Beratung, sondern um ein gemeinsames Sortieren: Passt mein naturheilkundlicher Ansatz zu Ihrem Anliegen?