Was heißt eigentlich „gesund“?

Sonnenlicht fällt durch gelbe Ginkgoblätter vor blauem Himmel – Symbol für Gesundheit, Regulation und innere Balance

Und was Vitamin D uns darüber zeigt

Letztens bin ich über einen Artikel der Gelben Liste gestolpert, einem Fachportal, das vor allem von Ärzten und Apothekern genutzt wird, um sich über Medikamente, Leitlinien und Therapieempfehlungen zu informieren.
Es ging um Vitamin D. Um Supplementierung. Und um die Frage, wer Vitamin D eigentlich braucht und wer nicht.

Die Kernaussage war klar:
Supplementiert wird bei Mangel, bei klar definierten Risikogruppen, bei „Bedürftigen“.
Gesunde Menschen brauchen es nicht.

Beim Lesen blieb dieser Satz in mir hängen.
Nicht, weil er falsch wäre.
Sondern, weil er etwas voraussetzt, das selten ausgesprochen wird:
eine klare, eindeutige Vorstellung davon, was „gesund“ eigentlich bedeutet.

Denn je tiefer man sich mit Vitamin D beschäftigt, desto deutlicher wird:
hier geht es nicht nur um ein Vitamin,
hier geht es um unsere Definition von Gesundheit.

Zwei Arten, Gesundheit zu betrachten

In der klassischen Medizin ist „gesund“ vor allem das, was nicht krank ist.
Wer keine Diagnose hat, keine auffälligen Symptome zeigt und Laborwerte im Referenzbereich besitzt, gilt als gesund. Diese Definition ist sinnvoll, notwendig und unverzichtbar, wenn Krankheit im Raum steht. Sie schützt, sie strukturiert, sie rettet Leben.

Auch der Beitrag der Gelben Liste zur Vitamin-D-Supplementierung bewegt sich in genau diesem Rahmen. Vitamin D wird dort differenziert betrachtet, Risiken werden benannt, Grenzwerte sauber abgesteckt. Und doch bleibt eine klare Grenze bestehen: Ergänzt wird, wenn ein Mangel vorliegt oder ein besonderer Bedarf besteht. Gesunde Menschen brauchen es nicht.

Gesundheit wird hier als Zustand verstanden.
Als etwas, das man hat oder nicht hat.

Doch der Körper arbeitet anders.

Er denkt nicht in Zuständen, sondern in Bewegungen, in Anpassungen, in Antwortfähigkeit. Für ihn ist gesund nicht einfach „alles unauffällig“, sondern die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Entzündungen wieder zu beruhigen. Schleimhäute stabil zu halten. Stress abzufedern. Reparaturprozesse einzuleiten. Hormonsignale fein zu beantworten. Energie zu regenerieren.

Gesundheit ist hier keine starre Linie.
Sie ist ein lebendiger Prozess.

Vitamin D als stiller Dirigent

Neuere biochemische Darstellungen und Fachgrafiken zeigen etwas, das in dieser Klarheit lange kaum ausgesprochen wurde: Vitamin D ist kein reiner Nährstoff, den man zuführt, um einen Wert im Labor zu „reparieren“. Es ist ein hormonelles Kommunikationssystem.

Nach seiner Aktivierung in Haut, Leber und Niere wirkt Vitamin D direkt im Zellkern. Dort entscheidet es darüber, welche Gene aktiviert oder beruhigt werden. Gene, die Entzündung, Zellteilung, Immunantwort, Reparatur, Schleimhautstabilität und Knochengesundheit steuern.

Viele Zellen, besonders Immun-, Schleimhaut-, Darm-, Brust-, Prostata- und Knochenzellen, können Vitamin D sogar selbst lokal aktivieren. Der Vitamin-D-Status beeinflusst also unmittelbar, wie fein der Körper auf Belastung, Entzündung und Regeneration reagieren kann. Nicht erst dann, wenn etwas krank ist, sondern jeden Tag.

Der stille Zwischenraum

In meiner Praxis begegne ich vielen Menschen, die klinisch gesund sind und sich trotzdem dauerhaft erschöpft fühlen, häufiger Infekte bekommen, hormonell instabil reagieren oder das Gefühl haben, innerlich „nicht mehr richtig in die Gänge zu kommen“.

Sie funktionieren.
Sie tragen ihren Alltag.
Und doch fehlt etwas an Tiefe, an Reserve, an innerer Stabilität.

Nicht krank.
Aber auch nicht wirklich in Balance.

Genau in diesem Zwischenraum wird Vitamin D sichtbar. Nicht als Wundermittel, sondern als stiller Signalgeber für Stabilität und Antwortfähigkeit.

Vielleicht ist Gesundheit keine Grenze, sondern eine Fähigkeit

Die Schulmedizin schützt uns vor Krankheit.
Die Naturheilkunde fragt: Wie stabil ist dein inneres Gleichgewicht?

Vitamin D verbindet diese beiden Welten.
Es zeigt, dass Gesundheit kein Punkt auf einer Skala ist, sondern eine Fähigkeit, die Fähigkeit zu regulieren, zu reagieren, zu reparieren.

Nicht krank zu sein heißt nicht automatisch, gut reguliert zu sein.
Echte Prävention heißt, die innere Antwortfähigkeit des Körpers zu stärken – also seine Fähigkeit, auf Stress, Entzündung und Belastung angemessen zu reagieren.

Und vielleicht beginnt sie genau dort, wo dein Körper wieder zuhören kann.

Wenn Sie spüren, dass Ihr Körper gerade mehr Stabilität, bessere Regeneration oder eine feinere innere Balance braucht, begleite ich Sie gern dabei, Ihre Regulationsfähigkeit Schritt für Schritt wieder zu stärken. Oft genügen schon wenige gezielte Impulse und der Körper beginnt, sich wieder selbst zu ordnen.

Gern biete ich Ihnen dafür ein 15-minütiges, kostenfreies Kennenlerngespräch an.

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